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09.05.2005

BioChop® Hygienisierung

Landia BioChop-Chopperpumpe (Foto: Landia)

Die Verordnung (EG) Nr.1774/2002 des Europa-Parlamentes und -Rates vom 3. Oktober 2002, betreffend Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte, – auch Nebenproduktverordnung genannt -, eröffnet neue Möglichkeiten für Firmen, die kleinere oder größere Mengen dieser tierischen Nebenprodukte produzieren.

Die Nebenproduktverordnung lässt zu, tierische Nebenprodukte der Kategorie 3 in Biogasanlagen anzuwenden, sofern diese bei 70° C in 1 Stunde pasteurisiert oder hygienisiert worden sind. Eine weitere Vorraussetzung ist eine Höchstteilchengröße von 12 mm.

Es ist weitläufig bekannt, dass um den rentablen Betrieb einer Biogasanlage zu sichern, dem Prozess ein Katalysator in Form von organischem Abfall oder Nebenprodukten zugeführt werden muss. Diese Nebenprodukte stammen normalerweise aus lebensmittel-herstellenden Betrieben wie z. B. Schlächtereien oder aus der Veredelung von z. B. Fisch oder Geflügel.

Mit Hinblick auf die obengenannten Fakten hat Landia seine BioChop®Hygienisierungsanlage entwickelt. Eine dieser Anlagen ist auf der Rybjerg Biogasanlage in Salling (Dänemark) in Betrieb.

Das Rybjerg Projekt
Auf der kommunalen Kläranlage wird das Abwasser von fischverarbeitenden Betrieben der Gegend in einer Flotationsanlage behandelt. Die Flotationsanlage separiert das Abwasser in einen dünnflüssigen Teil, welcher zur weiteren Behandlung in die Kläranlage gepumpt wird sowie einen Schlammteil, welcher für die Biogasanlage abgesetzt wird. Der Flotatschlamm dieser Anlage fällt unter die oben erwähnte Nebenproduktverordnung und muss deshalb bei 70°C während 1 Stunde hygienisiert werden, bevor er in die Biogasanlage eingebracht werden darf.

Die Lösung
Auf der Biogasanlage in Rybjerg, ist eine Landia BioChop®Hygienisierungsanlage mit einem Volumen von 2,5 m3 installiert. Die Kapazität ist von der vorhandenen Wärmekapazität abhängig und liegt durchschnittlich bei 20 – 25 Tonnen pro Tag bei Dauerbetrieb der Anlage.

Die BioChop®Hygienisierungsanlage besteht aus einer einfachen und äußerst betriebssicheren Konstruktion. Der Behälter, die Rohre, die Wärmedämmungskappe und die Ventile sind aus Edelstahl hergestellt. Was die Anlage einzigartig macht, ist, dass die Zerkleinerung der Partikel, die Durchmischung der Masse und die Entleerung des Behälters nach beendeter Hygienisierung von nur einer Pumpe, nämlich der Landia BioChop-Chopperpumpe bewältigt wird.

Die Steuerung
Die Hygienisierungsanlage ist mit einer von Landia entwickelten PLC-Steuerung versehen. Diese regelt sämtliche Phasen des Hygienisierungsprozesses. Ein Datenaufzeichnungsgerät zur Registrierung der Hygienisierungszeit und der Temperatur ist ebenfalls ein integrierter Teil der Steuerung. Da es sich bei der BioChop®Hygienisierungsanlage um eine behördlich zugelassene Anlage handelt, sichert dieses Datenaufzeichnungsgerät die den Behörden gegenüber zu dokumentierenden Daten, welche zeigen, dass die Hygienisierungszeit und –temperatur eingehalten werden.

So funktioniert’s
Auf der Biogasanlage in Rybjerg ist die Hygienisierungsanlage ein integrierter Teil des Prozesses.

Der Flotatschlamm von der Kläranlage wird in einem Vorlagebehälter vor der Hygienisierung gelagert. Dieser Vorlagebehälter ist am Behälterboden mit Heizspiralen ausgestattet, sodass die Temperatur des Schlammes auch in kalten Wintern nicht unter 10 – 15°C sinken kann.

Vom Vorlagebehälter wird der Flotatschlamm in die Hygienisierungsanlage gepumpt. Ein Rücklaufrohr verbindet den Vorlagebehälter und die Hygienisierungsanlage miteinander. Ein eventuelles Überlaufen oder Überschäumen des erwärmten Schlammes und eine damit verbundene Verunreinigung der Umgebung der Anlage wird hierdurch effektiv verhindert.


Eine Vielzahl an Möglichkeiten
Auf der Biogasanlage in Rybjerg, ist die Hygienisierungsanlage direkt auf der Biogasanlage installiert. Es ist jedoch auch vorstellbar, dass die Hygienisierungsanlage direkt bei dem Betrieb, welcher das tierische Nebenprodukt produziert, platziert wird. In vielen Fällen würde die Hygienisierungsanlage zu einem einfacheren und hygienisch verbesserten Handling des Nebenproduktes verhelfen. Dies begründet sich darin, dass es sich hierbei um ein in sich geschlossenes System handelt, in welchem das Produkt neben der Wärmebehandlung auch pumpbar gemacht wird. Es kann also nach der Behandlung in einen Lagerbehälter oder direkt in einen Tankwagen gepumpt werden. Dies erübrigt u. a. die Anwendung von offenen Containern.

Die Vorteile
Betrachtet man die Konstruktion der Hygienisierungsanlage, ist einer der wesentlichsten Vorteile, dass diese äußerst einfach aufgebaut ist. Die angewandten Komponenten sind alle von höchster Qualität. Der gesamte BioChop®Behälter ist z. B. in Edelstahlausführung gefertigt, und damit optimal gegen Korrosion geschützt.

Innerhalb des BioChop®Behälters befinden sich keine beweglichen Teile. Dies verhindert eventuelle Wartungsarbeiten innerhalb des Behälters. Tatsächlich sind die Instandhaltungskosten minimal, da die einzige Komponente welche regelmäßige Wartungsintervalle hat, die BioChop®Chopperpumpe ist.

Als ein positiver Nebeneffekt der Hygienisierungsanlage kann u. a. erwähnt werden, dass das hygienisierte Material erwärmt ist. Tatsächlich kann die Anlage wie ein Wärmetauscher funktionieren. Desweiteren ist das aufgewärmte Medium leichter zu pumpen und die Zerkleinerung der Partikel auf Größen <12mm, sichert eine optimale Ausnutzung des Mediums im Fermenter der Biogasanlage mit höherer Gasproduktion.

Über Landia
Landia A/S liefert Lösungen zur Handhabung von schwierigen Medien in u. a. Biogasanlagen, kommunalen und industriellen Kläranlagen, Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft. Landia nimmt eine führende Position auf diesem Aufgabenfeld ein.

Bild: Landia BioChop-Chopperpumpe (Foto: Landia)

Quelle: Landia

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