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28.08.2001 Magnetpumpen von ITT Richter im CIP-Kreislauf |
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In Méry-sur-Oise im Norden von Paris steht die erste und weltweit größte Nanofiltrationsanlage zur Aufbereitung von Flusswasser. Die Anlage ist vollkommen automatisiert, auch der CIP (clean in place) Kreislauf zur Reinigung der Membranen kommt praktisch ohne manuelle Eingriffe aus. Den störungsfreien CIP-Betrieb gewährleisten u.a. 30 kunststoffausgekleidete Magnetkupplungspumpen zum Dosieren und Fördern der Chemikalien. Die Wasserversorgung der französischen Bevölkerung liegt überwiegend in der Hand privater Unternehmen. Einen großen Teil des Marktes bedient das 1853 gegründete Unternehmen VIVENDI.
Pumpen zum Fördern von korrosiven, toxischen oder anderweitig kritischen Medien unterliegen bezüglich Betriebssicherheit, Dichtheit zur Atmosphäre und Standzeit selbstverständlich besonders strengen Maßstäben – gerade im Umfeld einer Trinkwasseraufbereitung. Die ho-hen Anforderungen sind denn auch ein wichtiger Grund für viele Betreiber, wellendichtungslose Pumpen und speziell Magnetkupplungspumpen zu installieren. Die Abdichtung des Mediumraums zur Atmosphäre hin übernimmt bei den MNK-Pumpen ein metallfreier Doppelspalttopf aus CFK/PTFE. Mit Spalttopfversionen für Temperaturen bis 90, 150 und 180°C sowie für Stillstands-Vakuum wird sowohl den betrieblichen Erfordernissen wie auch dem In-vestitionsbudget Rechnung getragen. Bei weniger korrosiven Medien ist die Spalttopfvariante CFK/PP ausreichend. Da die rotierenden Magnete im metallfreien Spalttopf keine Wirbelströme induzieren und somit auch keine Wärme produzieren, wird zum einen keine Antriebsenergie nutzlos durch Wärmeeintrag in das Fördermedium verschwendet. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass auch Medien mit Temperaturen nahe am Verdampfungspunkt sicher gefördert werden. Bei besonders problematischen Medien kann der Doppelspalttopf per Sensor auf Dichtheit zur Atmosphäre überwacht werden. Selbst im Falle eines antriebsseitigen Kugellagerschadens könnte ein eventuell taumelnder Antriebsrotor den Spalttopf nicht schädigen: der Rotor würde durch den Anlaufring im metallischen Lagerträger sicher aufgefangen. Näherungs-Initiatoren und weitere aufwendige Überwachungseinrichtungen für den Rundlauf des Antriebsrotors sind damit entbehrlich – abgesehen davon, dass diese sowieso erst reagieren, wenn ein Kugellagerschaden bereits eingetreten ist. Ausschlaggebend für die Auftragsvergabe der CIP-Dosierpumpen an ITT Richter war neben den positiven Erfahrungen im alten Anlagenbereich hauptsächlich ein technisches Charakte-ristikum der MNK-Pumpen: Sie sind durch ein spezielles Gleitlagerkonzept ( “SAFEGLIDE“) trockenlaufgeeignet. Hintergrund: Das Personal will aus Sicherheitsgründen die CIP-Leitungen immer vollständig leeren, wozu die installierten Pumpen ab einem bestimmten Zeitpunkt kurzzeitig trocken laufen müssen. Die nachgewiesene Trockenlauffähigkeit der Richter-Pumpen wurde so zum entscheidenden Faktor. Gleitlager: Trockenlauf ist nicht gleich Trockenlauf Bei Magnetpumpen mit unbeschichteten SiC-Gleitlagern könnte allenfalls für einige Sekunden ein Trockenlauf akzeptiert werden – z.B. für eine Drehrichtungsprüfung, um festzustel-len, ob der Motor richtig angeschlossen wurde. Ein längerer Trockenlauf würde jedoch zu ei-nem sprunghaften Anstieg der Gleitlagertemperatur auf mehrere hundert Grad C und nachfolgenden Schäden in der Pumpe führen. Deutlich standfester sind die “SAFEGLIDE“ -Lager von ITT Richter: Die aus hochwertigem reinem Siliciumcarbid SiC gefertigten Lager besitzen zusätzlich eine nur wenige µm dicke, amorphe Kohlenstoff-Schicht, die ein diamantkristallartiges Gefüge annimmt. Diese Beschichtung bewirkt eine Reduzierung des Reibwertes um 85%. Die Eigenschaften der Beschichtung sind beeindruckend:
“SAFEGLIDE“ vermeidet selbst bei minutenlangem Trockenlauf oder bei Mangelschmierung zuverlässig Schäden an der Pumpe. Statistische Auswertungen einer Vielzahl von Installationen zeigen, dass die Reparaturhäufigkeit von Magnetkupplungspumpen seit dem Einsatz von MNK-Aggregaten mit diesen Gleitlagern signifikant sinkt und die Verfügbarkeit der Pumpen sich entsprechend erhöht. In vielen Betrieben der chemisch-pharmazeutischen Industrie wur-de “SAFEGLIDE“ deshalb inzwischen als Standardausführung eingeführt. Fazit Mit der in Méry-sur-Oise installierten Technologie erfüllt VIVENDI die Auflagen des SEDIF bezüglich Versorgungssicherheit und Trinkwasserqualität. Arnaud Douveneau: "Mit dieser Anlage demonstrieren wir, was heute in der Trinkwasser-Technologie Stand der Tech-nik ist. Rund 800.000 Menschen in der Ile de France erhalten ein qualitativ besonders hochwertiges Trinkwasser, das zudem noch enthärtet ist." Solche Qualität hat natürlich ihren Preis: Rund 1 Milliarde Franc (150 Mio. Euro) kostete die Anlage. Doch die Vorteile sprechen für sich: Die Bürger erhalten ein Trinkwasser ohne Chlorgeschmack – und ein Weichwasser, das im Haushalt keine Kalkprobleme mehr bereitet (z.B. bleiben Geschirr und Sanitärinstallatio-nen von Kalk- rändern verschont). Stichwort: Membranprozesse Alle bekannten Lebensformen basieren auf der Trennung von Stoffen mit biologischen Membranen. Weil man davon ausgeht, dass die in der Natur vorkommenden Membranprozesse energetisch sparsam und effektiv sind, versucht die Forschung, die Vorgänge in der Natur zu verstehen und mit synthetischen Membranen in verfahrenstechnischen Prozessen umzusetzen. Technische Membranen sind filigrane Gebilde, die im wesentlichen aus einem mehrlagigen Polymerfilm von der Gesamtdicke eines Haares (ca. 100 µm) bestehen, wobei die eigentli-che aktive Schicht nur ein Hundertstel dieser Dicke ausmacht. In der Praxis stehen heute Membranverfahren gleichrangig neben den klassischen Grundoperationen der thermischen Verfahrenstechnik, wie z.B. Destillation und Adsorption, und zeichnen sich durch ein enormes Zukunftspotential und eine hohe Entwicklungsgeschwindigkeit aus. Dabei reicht der Einsatz von der Rückgewinnung von Benzindämpfen über die Aufbereitung von Säuren und Laugen bis hin zur Entalkoholisierung von Bier. Auch die Brennstoffzelle basiert im wesentli-chen auf Membranprozessen. Einzelne Branchen wie die Lebensmittelindustrie, die Pharma-industrie und die Biotechnologie sind ohne Membranprozesse nicht mehr denkbar. Über ITT Richter ITT Richter Chemie-Technik, Kempen, ist fokussiert auf Pumpen, Armaturen sowie Mess- und Regelgeräte für korrosive und reine Medien. Herausragende Eigenschaft dieser Produkte ist die dickwandige Auskleidung aller mediumberührten Teile mit korrosionsbeständigen Hochleistungskunststoffen. Haupteinsatzgebiete sind die Verfahrenstechnik (Chemie, Pharma), Metallbearbeitung, Zellstoffproduktion, Gefahrstoff-Behandlung und andere Applikationen mit aggressiven Medien. Im Jahre 2000 erzielte ITT Richter mit 230 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 60 Mio. DM. Bild: Kunststoffausgekleidete Magnetkupplungspumpen von ITT Richter, Kempen, dosieren die erforderlichen Chemikalien für die CIP-Reinigung der Membranen ITT Richter |
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