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24.09.2014

ABB stellt neue Next-Level-Strategie vor

ABB hat ihre Next-Level Strategie und die Finanzziele für den Zeitraum 2015-2020 vorgestellt. Die Strategie mit dem Ziel einer beschleunigten nachhaltigen Wertschöpfung baut auf den drei strategischen Schwerpunktbereichen profitables Wachstum, konsequente Umsetzung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit auf.

Das Unternehmen beabsichtigt für die Planperiode die Rentabilität zu steigern, indem es den Schwerpunkt auf wachstumsstarke Endmärkte verlagert, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die Risiken des Geschäftsmodells senkt.

Im Zeitraum von 2015 bis 2020 strebt ABB eine jährliche Steigerungsrate des operativen Gewinns pro Aktie (EPS) um 10-15 Prozent sowie eine attraktive Cashflow-Rendite auf das investierte Kapital (CROI) im mittleren Zehnerprozentbereich an. Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis um 4-7 Prozent pro Jahr wachsen und damit das vorhergesagte BIP- und Marktwachstum übertreffen. Im gleichen Zeitraum will ABB die nun in operativem EBITA gemessene Rentabilität in einem Band von 11-16 Prozent verbessern. Dabei soll eine durchschnittliche Free Cashflow Conversion von über 90 Prozent erreicht werden. Die neuen finanziellen Ziele gelten ab dem 1. Januar 2015.

"Unsere Next-Level-Strategie setzt zur Steigerung des Shareholder Value vor allem auf die Beschleunigung des organischen Wachstums und des Gewinnmargenzuwachses sowie auf eine verbesserte Kapitaleffizienz", sagt Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. "Wir verlagern unseren Schwerpunkt in Richtung Wachstumssegmente, verbessern gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit und senken die Risiken vor allem in unserer Division Energietechniksysteme. Um flexibler und schneller reagieren zu können, werden wir zudem die Kundenorientierung verbessern. Diese nachhaltigen Veränderungen werden wir in zielgerichteten 1000-Tage-Programmen vorantreiben, um eine erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen."

ABB baut auch weiterhin auf ihr führendes Energie- und Automationsportfolio, das in den jeweiligen Geschäftseinheiten gemanagt wird – unter der Leitung der fünf Divisionen. Ab Januar 2015 wird die regionale Struktur auf 3 Regionen gestrafft, die für die Zusammenarbeit mit den Kunden, Shared Services und die zugehörigen Länder zuständig sein werden. "Diese Schritte werden die Kundenorientierung und Produktivität verbessern, klare Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten schaffen und die marktorientierte Zusammenarbeit fördern", so Spiesshofer.

Das Unternehmen richtet die Struktur seiner Konzernleitung an der Next-Level-Strategie aus. Peter Terwiesch, derzeit Leiter der Region Zentraleuropa und Deutschland, wird als Leiter der Division Prozessautomation in die Konzernleitung berufen.

Die drei neu geschaffenen Regionen stehen unter der Leitung von erfahrenen Mitgliedern der Konzernleitung: Frank Duggan (Asien, Naher Osten und Afrika), Greg Scheu (Nord- und Südamerika) und Veli-Matti Reinikkala (Europa). Alle Änderungen werden am 1. Januar 2015 wirksam.

David Constable, CEO von Sasol, wurde zur Wahl für den Verwaltungsrat bei der Generalversammlung 2015 nominiert. Er bringt umfassende Erfahrung mit Generalunternehmer-Geschäften und der Prozessindustrie eine ausgezeichnete Afrikaexpertise – eine der wichtigen Wachstumsregionen für ABB – mit in den Verwaltungsrat.

"Über das heute angekündigte Aktienrückkaufprogramm profitieren die Aktionäre direkt von der anhaltend soliden Cash-Generierung unserer Geschäfte und von den kürzlichen Veräusserungen nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten. Der Aktienrückkauf zeigt zudem unser Bestreben, stets für eine attraktive Aktionärsrendite einzutreten", so Spiesshofer. "Dieses Aktienrückkaufprogramm belegt unser Vertrauen in das zukünftige Wachstumspotenzial von ABB."

Die Aktionäre werden an der starken Cash-Generierung durch ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 4 Mrd. US-Dollar beteiligt, das am 16. September 2014 gestartet werden soll. Das Unternehmen beabsichtigt, etwa drei Viertel des Rückkaufprogramms zur Reduzierung des Aktienkapitals einzusetzen, und den Rest für die globale Unterstützung der Mitarbeiteraktienprogramme an denen über 22.000 Mitarbeitende teilnehmen.

Next-Level-Strategie
Die Next-Level-Strategie von ABB baut auf den drei strategischen Fokusbereichen profitables Wachstum, konsequente Umsetzung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit auf.

Profitables Wachstum
ABB ist in den attraktiven Kundensegmenten gut aufgestellt. Das kombinierte Energie- und Automationsportfolio bietet einen höheren Mehrwert für Kunden und steht auch weiterhin im Fokus der Next-Level-Strategie. Der Markt für Energie und Automation bei Versorgungs- und Industriekunden sowie für die Branchen Transport und Infrastruktur in diesem Bereich hat ein jährliches Potenzial von 600 Mrd. US-Dollar und wird zwischen 2015 und 2020 voraussichtlich schneller wachsen als das BIP, wodurch zusätzliche Marktchancen im Wert von rund 150 Mrd. US-Dollar entstehen.

Wichtige Treiber sind die umfassenden Veränderungen in der Wertschöpfungskette entlang der Stromversorgung, Verbesserungen der industriellen Produktivität, eine rasche Urbanisierung sowie der Bedarf nach Energieeffizienz im öffentlichen Transportwesen. Das Unternehmen plant, mithilfe der PIE-Initiativen (Marktpenetration, Innovation und Expansion) schneller als der Markt zu wachsen, bestehende Marktsegmente besser zu durchdringen und in neue wachstumsstarke Märkte einzutreten. Durch anhaltend starke Investitionen in Forschung und Entwicklung in Höhe von mindestens 1,5 Mrd. US-Dollar pro Jahr werden Innovationen für einen höheren Kundennutzen geschaffen. Damit reagiert das Unternehmen auf die Veränderungen in der Stromwertschöpfungskette und nutzt die Möglichkeiten der vierten industriellen Revolution.

ABB hat 2013 globale Wachstumschancen in ihren verschiedenen Schlüsselmärkten eingehend analysiert.

ABB geht davon aus, dass die Segmente Industrie sowie Transport und Infrastruktur, insbesondere mit Blick auf ihren starken Angebotsservice, etwa drei Viertel des zukünftigen Umsatzwachstums ausmachen werden. Diese Prognose stützt die strategische Schwerpunktverlagerung von Regionen und Endmärkten von ABB. Über den strategischen Zeitraum wird der Konzern seinen Schwerpunkt auf verstärkte Wettbewerbsfähigkeit, beschleunigtes organisches Wachstum und niedrigere Risiken legen.

Die starke Wettbewerbsposition von ABB wird durch den Ausbau des Wertschöpfungsportfolios auf die Bereiche Beratung und Engineering, Software und Value-Added-Services noch weiter verbessert. Ausserdem soll die softwaregestützte Differenzierung basierend auf einer starken Position vorangetrieben werden, nachdem die Mehrzahl der Angebote bereits jetzt softwarebasiert ist.

Wachstumsstarke Segmente und PIE
ABB ist gut positioniert, um die wachstumsstarken Segmente in ihren Endkundenmärkten zu erschliessen. Es gibt zahlreiche Beispiele für profitable Wachstumschancen, z. B. in der Versorgungsindustrie das starke Aufkommen von Mikronetzen und die Entwicklung digitaler Netze; der Bedarf an neuartigen Anlagen in der Prozessindustrie, z. B. in den Märkten Öl, Gas und Bergbau; oder im Bereich Transport und Infrastruktur die steigende Nachfrage nach der Elektrifizierung von Rechenzentren und des öffentlichen Transportwesens.

Um diese Chancen voll auszuschöpfen, wird ABB auf ihren Erfolg einer zunehmenden Kundenzufriedenheit aufbauen: So ist die Net Promoter Score (NPS)-Kennzahl für die steigende Kundenzufriedenheit in den vergangenen vier Jahren um 30 Prozentpunkte auf 46 Prozent gestiegen, und auch bei den Auftragseingängen war in der ersten Jahreshälfte 2014 eine starke

Aufwärtsbewegung zu verzeichnen. Diese Dynamik soll gehalten und ausgebaut und der vielversprechende PIE-Ansatz auf die nächste Stufe geführt werden.

Mit ihrem stark auf organisches Wachstum ausgerichteten Fokus wird ABB auch durch eine zielgerichtete Minderung der festgestellten Geschäfts- und Portfoliorisiken zur Schwerpunktverlagerung beitragen. Dazu sind eine Anpassung des Geschäftsmodells, die Verbesserung der betrieblichen Planung und Durchführung sowie eine verstärke Koppelung der Vergütung an die Performance erforderlich. Dies wird eine geringere Volatilität, eine bessere Vorhersagbarkeit und eine höhere Rentabilität zur Folge haben.

Der starke Fokus auf das organische Wachstum wird durch gezielte Akquisitionen ergänzt. Hierbei kann ABB bei der Auswahl und Durchführung neuer Übernahmen auf die Erfahrungen erfolgreicher Akquisitionen in den letzten Jahren aufbauen. Daneben werden ausgewählte Kooperationen mit Partnern, die gut zur eigenen Unternehmenskultur passen und den Kunden einen hohen Mehrwert bieten, eine grössere Rolle für das zukünftige Wachstum spielen. Erste gemeinsame Erfolgsmeldungen kann ABB dabei mit der Kooperation mit dem führenden chinesischen Technologiekonzern BYD im Bereich Energiespeicher und Elektromobilität sowie mit der Zusammenarbeit mit Philips im Bereich Gebäudeautomation vorweisen.

Konsequente Umsetzung
Die Umsetzung der strategischen Prioritäten von ABB beruht auf einem umfassenden Geschäftsmodell (Operating Model), mit dem zuvor bereits die Supply Chain Management- und Kostensenkungsprogramme erfolgreich umgesetzt wurden. Der Fortschritt der Strategie wird mithilfe des kürzlich optimierten Operational Excellence und Performance Management System genau überwacht. Dieses umfasst wichtige finanzielle und operative Kennzahlen mit Fokus auf Kunden, Kosten und Cashflow. Die Vergütung der Mitglieder des Managements ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Sämtliche strategischen Initiativen und die Next-Level-Strategie von ABB werden von 1000-Tage-Programmen unterstützt, die von einer dem Vorsitzenden der Konzernleitung direkt unterstellten Stabsstelle überwacht werden.

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit
Sämtliche Geschäftsbereiche von ABB erhalten für die Umsetzung der Next-Level-Strategie klare globale Verantwortlichkeiten zur Verbesserung der Flexibilität und Kundenorientierung. Zum 1. Januar 2015 wird die regionale Organisation gestrafft und die Konzernleitung neu formiert.

Peter Terwiesch, seit 2011 Leiter der Region Zentraleuropa und Deutschland, wird als Leiter der Division Prozessautomation (PA) und Nachfolger von Veli-Matti Reinikkala in die Konzernleitung berufen. Terwiesch ist seit 1994 bei ABB und war von 2005 bis 2011 Chief Technology Officer, bevor er seine derzeitige Rolle einnahm. Ein neuer Leiter für Deutschland wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Die Anzahl der Regionen wird von acht auf drei reduziert. Diese unterstehen zukünftig direkt der Konzernleitung, wodurch eine Hierarchieebene entfällt.

  • Frank Duggan übernimmt die Leitung für Asien, den Nahen Osten und Afrika und wird auch für das Account Management des Konzerns verantwortlich sein.
  • Greg Scheu übernimmt die Leitung für Nord- und Südamerika und bleibt weiterhin zuständig für die Bereiche Integration und Service des Konzerns.
  • Veli-Matti Reinikkala übernimmt die Leitung für Europa und zeichnet sich für die regionale Implementierung und Durchführung unseres neu eingeführten Shared-Services-Konzepts verantwortlich.

Die für die Divisionen zuständigen Mitglieder der Konzernleitung werden folgende Führungsverantwortlichkeiten für Unternehmensfunktionen bei zusätzlich übernehmen: Das Supply Chain Management wird Bernhard Jucker, Leiter der Division Energietechnikprodukte unterstellt; Qualitätssicherung und Operational Excellence werden Tarak Mehta, Leiter der Division Niederspannungsprodukte unterstellt; Marketing und Vertrieb werden Pekka Tiitinen, Leiter der Division Industrieautomation und Antriebe unterstellt.

Kapitalallokation und Bilanzprioritäten
ABB strebt eine solide Bilanz an und legt einen verstärkten Fokus auf Kapitaleffizienz. Dazu wurde ein zielgerichtetes Nettoumlaufvermögensprogramm gestartet und das operative EBITA als Leistungskennzahl (KPI) für das Management eingeführt.

"ABB beabsichtigt zur Unterstützung der Next-Level-Strategie weiterhin eine solide Bilanz zu erzielen. Bei unseren Kunden positionieren wir uns damit als zuverlässiger und langfristiger Partner", so Eric Elzvik, Finanzchef von ABB. "Der heute angekündigte Aktienrückkauf in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar zeigt unser Bestreben, stets für eine attraktive Aktionärsrendite einzutreten."

Die Grundsätze der Mittelverwendung bleiben unverändert. ABB wird auch zukünftig sowohl Investitionen in profitables Wachstum als auch eine attraktive Aktionärsrendite balancieren. Die Finanzierung des organischen Wachstums, die Zahlung einer stetig steigenden, nachhaltigen Dividende, wertschöpfende Akquisitionen und zusätzliche Ausschüttungen an die Aktionäre bilden weiterhin die Hauptprioritäten von ABB.

Im Rahmen der Aktienrückkäufe in Höhe von bis zu 4 Milliarden US-Dollar, sieht ABB vor, etwa drei Viertel des Kapitals zur Reduzierung des Aktienkapitals und den Rest für die globale Unterstützung des Mitarbeiteraktienprogramms einzusetzen.

Ausblick 2014
Die Konzernleitung bestätigt den Ausblick, der Ende des zweiten Quartals gegeben wurde.

Quelle: ABB

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