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29.10.2015

Wickelseminar bei Aumann

Rund 30 Teilnehmer besuchten das erste Wickelseminar im Technikum von Aumann in Espelkamp, in dem es um Themen wie Drahtwickeltechnik und Elektromotorauslegung, Füge- und Kontakttechniken ging. (Bild: Fecht)

Ein zweitägiges Drahtwickelseminar für Praktiker hat die Aumann GmbH aus Espelkamp im Oktober 2015 veranstaltet. Im Mittelpunkt stand handfestes Praxiswissen rund um das Wickeln von Spulen und Elektro-Motoren. Über 30 Teilnehmer unter anderem aus der Antriebsbranche, Elektro- und Automobilindustrie waren aus ganz Deutschland angereist, um ganzheitlich Aspekte rund um das Drahtwickeln und verbundene Technologien zu erkunden.

„Aktuell gibt es für uns einen eindeutigen Trend hin zur Motorenwickeltechnik – vor allem mit Blick auf Energieeffizienz und Fertigungsverfahren“, meinte einleitend Jürgen Hagedorn, Leiter für Prozessentwicklung bei Aumann im ostwestfälischen Espelkamp. Ein Grund ist nicht nur der Trend zur Elektromobilität: So arbeiten mittlerweile auch in einem klassischen Pkw mit Verbrennungsmotor rund 300 Elektromotoren, Sensoren, Magnetventile und Aktoren, die beispielsweise Außenspiegel verstellen und Autoscheiben bewegen. Bei allen E-Antrieben spielen die Anforderungen an die elektrische Spule eine große Rolle: Der Experte verwies auf die Vielzahl an Einflussfaktoren, die von der elektrischen Leitfähigkeit, der Festigkeit, chemischen Beständigkeit bis hin zu Verarbeitbarkeit reichen. Diese Vielseitigkeit spiegelte sich auch in der Vielfalt der Themen rund um das Wickeln: Die Bandbreite der Beiträge reichte von Grundlagen der Elektromotorauslegung, Füge- und Kontakttechniken bis hin zu den Entwicklungspotenzialen wickeltechnischer Prozesse.

Der Trend geht wegen der Zunahme der Elektrifizierung im Pkw (rund 300 E-Motoren und elektromagnetische Komponenten) befinden sich in einem typischen Mittelklassefahrzeug) zu hoher Leistungsdichte. Hier kommt das orthozyklische Wickeln ins Spiel, bei dem Drähte der jeweiligen Oberwicklung in den Tälern der Unterwicklung liegen und sich daher eng aneinander „schmiegen“: Auf diese elegante, orthozyklische Art und Weise bildet sich bei der Lagewicklung ein deutlich kompakterer Wickelkörper. Das Verfahren eignet sich auch für kritische Aufgabenstellungen. Hagedorn: „Es ist uns auch schon einmal gelungen, einen 63 µm-Draht über acht Lagen orthozyklisch zu wickeln – bei einem Spulenkerndurchmesser von 1,5 mm.“

Den ganzheitlich wissenschaftlichen Blick auf die Wicklungstechnologie machte abschließend Dipl.-Ing. Florian Sell-Le Blanc vom Karlsruhe Institut für Technologie (KIT). Resümee des Wissenschaftlers: „Die Wickeltechnik für Motorspulen ist eine Disziplin, die stark auf Erfahrungswissen basiert und bisher wenig erforscht wurde.“ Florian Sell-Le Blanc empfahl daher die ganzheitliche Beschreibung der Disziplin in einem Prozessmodell – inklusive Messungen zur Charakterisierung von Prozessgrößen, der Simulation von nicht messbaren Größen und der Modellierung von grundlegenden Zusammenhängen.

Bild: Rund 30 Teilnehmer besuchten das erste Wickelseminar im Technikum von Aumann in Espelkamp, in dem es um Themen wie Drahtwickeltechnik und Elektromotorauslegung, Füge- und Kontakttechniken ging. (Bild: Fecht)

Quelle: Aumann GmbH

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