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14.09.2016

Pumpen fürs Kupfererz

Birger Schmidt von Tsurumi (Mitte) mit Arbeitern vor dem Eingang der Kupfererzmine in Küre: Von hier aus geht es 980 m in die Tiefe (Foto: Tsurumi)

Tsurumi hat eine der größten und tiefsten Kupfererzminen des Kontinents mit Schmutzwasserpumpen ausgestattet: Die meisten stammen aus der KTZ-Serie, eine vergleichsweise kleine Baustellenpumpe.

Indes, sie zählt zu den am häufigsten verkauften Pumpenserien des japanischen Herstellers. Die Untertage-Mine in Küre im Norden der türkischen Provinz Kastamonu in Nordanatolien setzt davon 134 ein. Insgesamt laufen in der Mine 182 elektrische Tauchmotorpumpen von Tsurumi. Die KTZ bildet somit das Rückgrat der Wasserhaltung in der 980 m tiefen Anlage. Für Personal und Equipment steht ein Lift zur Verfügung, doch die Pumpen sind bisweilen hart gefordert - genau dafür hat Tsurumi die Serie konzipiert.

13 Versionen dieses universellen Aggregats aus beständigem Grauguss finden sich im Lieferprogramm. Sie bewegen zwischen 430 und 2440 Liter pro Minute bei einer maximalen Förderhöhe von 48,5 Metern. Mit 47 Stück am häufigsten eingesetzt wird die KTZ35.5: eine Pumpe aus dem mittlerem Leistungsfeld, die mit 5,5 kW Motorleistung maximal 32 Meter schafft und bis zu 1100 l/min bewegt. Durch ihr Trockengewicht von 76 kg ist sie noch mit vereinter Muskelkraft umsetzbar.

980 Meter unter Tage

Unterstützt wird die Wasserhaltung von 37 Pumpen der kleineren Variante KTZ32.2 sowie 27 Aggregaten der Schwesterserie KTZE mit Niveauregler. Diese Pumpen steuern sich selbsttätig: Der ohne bewegliche Teile gebaute Regler schaltet die Pumpe je nach vorgewähltem Pegelstand zu und ab. Durch den diskontinuierlichen Lauf wird elektrische Energie gespart und der Lebenszyklus verlängert. Für größere Höhendistanzen hat die Mine 26 Pumpen aus Tsurumis deutlich stärkerer LH-Serie in Gebrauch, die in der gewählten Konfiguration bis zu 132 m überwinden.

Der Betreiber Eti Bakir A.S. mit Stammsitz am Ort ist mit seiner Wahl sehr zufrieden: Die Pumpen liefen ohne Beanstandungen insbesondere angesichts der schwierigen Umstände vor Ort, hieß es bei Eti Bakir. In drei Schichten rund um die Uhr sind etwa 600 Personen in der Kupfererzsparte des Unternehmens tätig. Die meisten in der Weiterverarbeitung des Aushubs im östlich gelegenen Samsun. Etwa 200 Mann fahren täglich in die Mine ein. Rund 1,1 Mio. Tonnen Kupfererz, 400.000 Tonnen Pyrit sowie 110.000 Tonnen Kupfererzkonzentrat baut Eti Bakir im Bergwerk Küre ab. Der Erzanteil liegt dort bei etwa 2,5 kg pro Abbautonne. Am Ende der ISO 9001 zertifizierten Aufbereitung in Samsun, übrigens die einzige Anlage ihrer Art im Land, beträgt der Reinheitsgrad 99,95 Prozent.

1,1 Mio. Tonnen Pro Jahr

Tsurumis lokaler Händler Bilgi Mühendislik Ticaret A.S. mit Sitz in Istanbul lieferte die Pumpen und schulte die Gerätewarte der Mine. Wesentlich für den Kunden sei die hohe Standzeit der japanischen Technik sowie die einfache Wartung gewesen, teilte Bilgi mit. Anders als andere Hersteller fertigt Tsurumi Pumpen in servicefreundlicher Modulbauweise mit vielen Gleichteilen über das gesamte Lieferprogramm, was die Ersatzteilversorgung vereinfacht und weniger Kapital bindet. Viele Arbeiten könnten die Kunden daher vor Ort in Eigenregie durchführen, so Bilgi. Technische Finessen wie die patentierte Zwangsschmierung, einzeln vergossene elektrische Leiter zum Kriechwasserschutz und die Verwendung ultraharter Materialien wie Siliziumkarbid stünden beispielhaft für die Verlässlichkeit der Konstruktion. Hierin sieht der Händler auch ein Hauptkaufmotiv für viele Betreiber, deren Betriebe rund um die Uhr laufen.

Einen 24 h-Bereitschaftsdienst für den Fall der Fälle hat Bilgi dennoch eingerichtet - für Eti Bakir ein stimmiges Gesamtpaket. In Tsurumis Europa-Zentrale gilt das Unternehmen als Schlüsselkunde in der Region. Allerdings ist er bei Weitem nicht der größte Anwender: Über 650 Pumpen hat der Hersteller für ein einziges Objekt bereits geliefert.

Bild: Birger Schmidt von Tsurumi (Mitte) mit Arbeitern vor dem Eingang der Kupfererzmine in Küre: Von hier aus geht es 980 m in die Tiefe (Foto: Tsurumi)

Quelle: Tsurumi

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