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11.11.2016

3. Fachsymposium für Wasser und Abwasser auf dem Pilatus

3. Fachsymposium für Wasser und Abwasser auf dem Pilatus (Foto: Wilo SE)

Zum dritten Mal lud Wilo Schweiz gemeinsam mit Aerzen Schweiz und Etschel Brunnenservice aus Planegg zum Fachsymposium der Wasser- und Abwasserwirtschaft in 2.132 Metern Höhe vor dem Panorama des Pilatus in der Schweiz. Zahlreiche Betreiber von Anlagen, Fachleute sowie Gastredner folgten dem Ruf auf den Berg, um vom 18. bis 19. Oktober über aktuelle Themen in ihrer Branche zu diskutieren.

Einen eindrucksvolleren Veranstaltungsort hätten Wilo, Aerzen und Etschel nicht finden können – mit der steilsten Zahnradbahn der Welt, die bereits seit 1889 in Betrieb ist, ging es bei einer Steigung von bis zu 48 Prozent durch die gewundene Strecke auf das imposante Bergmassiv und brachte die Teilnehmer gleich morgens in die richtige Stimmung für das anstehende Symposium. An zwei Tagen wurden Themen der Wasser- und Abwasserbranche mit der Unterstützung von informativen Fachvorträgen diskutiert und besprochen.

Eröffnet wurde die Tagung von Christoph Strahm, Geschäftsführer von Wilo Schweiz, und Martin Schlageter, Leiter Water Management bei Wilo Schweiz. Nach einer kurzen Vorstellung des Mutterkonzerns in Dortmund und der Umfirmierung von EMB in die Wilo Schweiz AG, ging Christoph Strahm vor allem auf das Thema Herausforderungen und Megatrends in der Wasserwirtschaft ein: „Beispielsweise sind nur 0,5 Prozent des weltweiten Wasservorkommens Trinkwasser – Megatrends wie eine stetig wachsende Bevölkerung, der Klimawandel und knappe Energieressourcen stellen unsere Branche immer wieder vor neue Herausforderungen, zu denen passende Lösungen gefunden werden müssen.“

Der erste Tag startete mit der Thematik Abwasser, so sprach Aline Meier vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) über die Elimination von Spurenstoffen auf Abwasserreinigungsanlagen und zeigte wichtige Ziele wie den Schutz der Wasserressourcen und aquatischen Ökosystemen für die Zukunft auf. Bastian Etter von Eawag stellte in seinem Vortrag den im Mai 2016 eröffneten „New Evolution and Sustainable Technology“ (kurz: NEST) WaterHub vor, in welchem unter anderem an einer Vereinfachung der Wasserforschung gearbeitet wird.
Pascal Hubmann präsentierte anschließend die Strategie für die Abwassereinigung im Kanton BL.

Mario Hübner von Wilo führte nicht nur durch die Veranstaltung, er sprach in seinen Fachvorträgen unter anderem über die Feuchttücherproblematik bei Abwasserpumpen. Getreu dem Motto „Wo nichts mehr läuft hilft nur noch pumpen“, ging er auf den zunehmenden Trend der Nutzung von Feuchttüchern als Toilettenpapier ein und mit welchen Mitteln man der Verzopfung entgegensteuern kann. Mitveranstalter Marcel Strotz von Aerzen erläuterte in seinem Vortrag abschließend die Technologie-Vielfalt und wie diese zur Erzeugung und Regelung von Druckluft eingesetzt werden kann.

Der zweite Tag widmete sich ganz dem Thema Reinwasser. Nach der Eröffnung durch Strahm und Schlageter ging Aline Maier diesmal auf alte und neue Herausforderungen im stofflichen und planerischen Grundwasserschutz ein.
Dr. Adrian Auckenthaler sprach anschließend in seinem Vortrag ausführlich über die Herausforderungen, die es aktuell bei der Wasserversorgung speziell für den Kanton Basel-Landschaft gibt. Gerhard Etschel von Etschel Brunnenservice legte seinen Fokus auf Instandhaltung und Management von Brunnen, wobei er deutlich machte, dass ein Brunnen der spätestens bei 80 Prozent Leistung im Vergleich zum Neuzustand angekommen ist, sich einer Brunnenregenerierung unterziehen sollte. Am Ende seines Vortrages zeigte er einen Film, in welchem der ganze Vorgang einer modernen Regenerierung nochmals gezeigt wurde.

Zwei Vorträge an diesem Tag hielt Mario Hübner: eine Diskussion regte er zunächst mit dem Thema „hocheffiziente Unterwassermotorpumpen“ und ob diese eine Alternative zur Bohrlochwellenpumpe sind, an. Im abschließenden Vortrag des Symposiums gab Hübner einen Ausblick zum Thema Wasser 4.0. Weitere Referenten an diesem Tag waren zudem: Ulrich Hugi der Fachstelle Trinkwasser-Sicherheit Hugi mit einem umfassenden Überblick zur Quellsanierung/-neufassung inkl. Qualitätsüberwachung vor allem unter Beachtung der BAFU Vollzugshilfe Grundwasserschutz 2012, Dr. Stephan Hug der Eawag Forschungsgruppe „Chemie von Wasserressourcen“ gab zudem wertvolle Einblicke mit welchen Methoden Arsen und Uran aus Schweizer Trinkwasser entfernt werden kann.

Insgesamt lagen die Schwerpunkte des „Reinwassertages“ vor allem auf dem richtigen Management und Lösungen zur Optimierung der Wasserversorgung in der Zukunft – gerade der Schutz von Trinkwasserressourcen wurde während des zweiten Tages besonders hervorgehoben, um auch den nachfolgenden Generationen eine stetige und saubere Wasserversorgung zu garantieren.

Neben den informativen Vorträgen bot das Fachsymposium zudem ein unterhaltsames und kulinarisches Rahmenprogramm, mit lokaler Küche sowie einem abschließenden Apéro, bei dem genug Zeit für den Austausch unter Kollegen blieb. „Wir sind mehr als zufrieden mit den letzten zwei Tagen. Gerade in unserer Branche ist ein regelmäßiger Austausch wichtig, wenn wir dabei noch die Möglichkeit haben aktuelle Themen zu diskutieren, während wir alle zusammen sind, umso besser“, fasst Martin Schlageter das Fachsymposium auf dem Pilatus zusammen. „Zudem ist der Austausch für uns alle eine gute Möglichkeit, um gemeinsam Antworten auf die Megatrends zu finden und diese zu kommunizieren.“

Bild: 3. Fachsymposium für Wasser und Abwasser auf dem Pilatus (Foto: Wilo SE)

Quelle: Wilo

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