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08.05.2017

Feierliche Eröffnung des Kleinwasserkraftwerks „Alte Bleiche“ auf dem Voith-Gelände in Heidenheim

Der Technologiekonzern Voith hat auf seinem Werksgelände in Heidenheim ein Kleinwasserkraftwerk errichtet, das als Anschauungsobjekt für Kunden, Mitarbeiter sowie die interessierte Öffentlichkeit genutzt werden soll. Dabei setzt das Unternehmen auf ein innovatives Konzept zur Stromproduktion, bei dem eine kompakte, umweltfreundliche Turbine in der Brenz installiert wurde.

Mit einem symbolischen Knopfdruck haben das Kleinwasserkraftwerk „Alte Bleiche“ sowie ein dazugehöriger Show- und Technikraum am 24. März 2017 nach rund einjähriger Bauzeit offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Es steht ab sofort Kunden, Mitarbeitern sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. „Mit einer installierten Leistung von 35 kW wird das Kraftwerk jährlich bis zu 286.000 kWh erneuerbaren Strom produzieren, den wir direkt für unsere Werksfertigung einspeisen. Dies entspricht in etwa dem Verbrauch von 100 Haushalten pro Jahr“, erklärt Uwe Wehnhardt, Vorsitzender der Voith Hydro Geschäftsführung und Mitglied der Konzerngeschäftsführung.

Das Kleinwasserkraftwerk „Alte Bleiche“ ist in eine bestehende Wehranlage der Brenz installiert. In Zusammenarbeit mit der TU München wurde dafür mit dem sogenannten Schachtkraftwerk eine ökologische Lösung entwickelt, bei dem sich Turbine und Generator unter der Wasseroberfläche in einem Schacht befinden, der im Flussbett eingebaut wird. Durch die Nutzung vorhandener Baustrukturen und den Entfall eines Kraftwerksgebäudes konnte die Anlage äußerst kosteneffizient errichtet werden. Zudem verursacht das Bauwerk keine Geräuschemissionen oder Störungen des Landschaftsbildes und steigert damit seine allgemeine Akzeptanz.

Das Kleinwasserkraftwerk „Alte Bleiche“ ist mit der von Voith entwickelten Turbinen-Generator-Einheit StreamDiver ausgestattet. Sie wurde eigens für Flussbauwerke mit niedrigen Gefällstufen entwickelt und eignet sich deshalb hervorragend für den Heidenheimer Standort an der Brenz. Im Vergleich zu konventionellen Turbinen zeichnet sich der StreamDiver als ölfreie Kompakttauchturbine aus, die ein naturnahes, standardisiertes und kosteneffizientes Kraftwerkskonzept ermöglicht. Dadurch lassen sich bei der Installation die erforderlichen Eingriffe in die Umwelt auf ein Minimum reduzieren.

Weltweit wird ein Großteil der existierenden Dämme bisher energetisch nicht genutzt. Allein in Deutschland fungieren nur 7.400 von rund 55.000 Querbauwerken als Wasserkraftanlagen. Auch in Nordamerika, Südamerika, Südostasien und Afrika gibt es großes Potenzial für Kleinwasserkraftwerke. Der StreamDiver ist eine wirtschaftliche und ökologische Lösung zur Nutzung dieser brachliegenden Wasserkraft-potenziale. „Das Kleinwasserkraftwerk ‘Alte Bleiche‘ ist eine weitere tolle Referenzanlage für den StreamDiver. In Schweden und Österreich ist diese Kompakttauchturbine schon seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Weitere Projekte in Peru, Indonesien und den USA gehen Ende 2017 beziehungsweise Anfang des nächsten Jahres in Betrieb“, sagt Uwe Wehnhardt.

Eine Besonderheit des Projektes „Alte Bleiche“ war die starke Einbindung der technischen Voith-Auszubildenden. Diese waren beispielsweise an der Konstruktion, Fertigung und Montage der Turbine sowie am Schaltschrankbau beteiligt. Darüber hinaus waren Studenten der dualen Hochschule Baden-Württemberg im Projektmanagement und der Konstruktion eingesetzt. „Das Kleinwasserkraftwerk ‘Alte Bleiche‚ gilt als wichtiges interdisziplinäres Großprojekt für unsere Auszubildenden, die wesentlich zum Projekterfolg beitragen haben. Mit dem Projekt stärken wir zudem überregional unseren Ruf als attraktives Ausbildungsunternehmen“, sagt Erwin Krajewski, Leiter der Voith-Ausbildung.

Bild: Mit einem symbolischen wurde das Kleinwasserkraftwerk „Alte Bleiche“ Ende März 2017 feierlich eröffnet. Personen (v.l.n.r.): Ralf Burbaum, Head of Product Group Small Hydro bei Voith Hydro; MdL Martin Grath; Uwe Wehnhardt, Vorsitzender der Voith Hydro Geschäftsführung und Mitglied der Konzerngeschäftsführung; MdB Roderich Kiesewetter. (Foto: Voith)

Quelle: Voith

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