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31.05.2017

1. Wilo Wassertage in Heiligenthal

Seminarreihe erobert nächstes Bundesland (Foto: Wilo)

Genau wie in der Schweiz, in Bayern oder auch in Baden-Württemberg kam nun die Seminarreihe „Wilo Wassertage“ auch in Niedersachsen erfolgreich an. Am 17. Mai 2017 veranstaltete die Firma Wilo die 1. Wilo Wassertage im Tagungshotel Wassermühle Heiligenthal.

Unter dem Leitthema „Veränderungen in der Wasserwirtschaft“ trugen nicht nur 5 Referenten Ihre Praxiserfahrung vor, sondern wurde den Teilnehmern auch eine hervorragende Plattform für Erfahrungsaustausch und die Diskussion über referierte Themen geboten.

Dem erhaltenen Feedback zu urteilen, kam die Veranstaltung sehr gut bei den eingeladenen Planern und Betreiben an.

Wilo-Mitarbeiter vom Außen- und Innendienst begrüßten von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr ihre Gäste bei sehr schönem Wetter am Veranstaltungsort.

Die Tagung begann um 08:30 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vertriebsleiter Water Management Herrn Marcus Neppl. Er ging auf die Zahlen von WILO ein, zeigte die Megatrends in der Wasserwirtschaft und sprach über die Digitalisierung in den nächsten Jahren. Im Anschluss folgten fünf um die 60-minütigen Vorträge von Referenten aus der Praxis.

Den Auftakt gestaltete Herr Jens Süß von Hamburg Wasser mit seinem Thema „Betrieb und Optimierung von Pumpenanalgen im Trinkwasserbereich aus Betreibersicht“. Er stellte die Geschichte der Hamburger Wasserversorgung vor und erklärte, dass heute 16 Wasserwerke zur Versorgung der Bevölkerung im Raum Hamburg beitragen. In den letzten Jahren wurden die Anlagen immer wieder optimiert. Besonders auch in Rothenburgsort wo sehr viele Brunnenpumpen ihren Dienst leisten. Neben vielen weiteren Anlagen ging er auch tiefer auf die Überarbeitung der Pumpen-Anlagen im Wasserwerk Baursberg ein. Bei der Auslegung wurden die verschiedensten Pumpenkennlinien in ihrer Steilheit verglichen und danach für die Bereiche zwischen 28m und 31m so ausgewählt, dass die Maschinen möglichst lange im Bestpunkt laufen.

Anschließend klärte Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Beims vom GIP Grundwasser Ingenieurbau- Planung, Dresden mit seinem Vortrag „Brunnenoptimierung am Beispiel von Hochwasserentlastungsbrunnen“ die Teilnehmer zu folgenden Inhalten auf. Er zeigte, dass Brunnen anspruchsvolle hydrotechnische Bauwerke sind und das Ziel jeden Betreibers die langfristige und stabile Grundwasserförderung sein sollte. Dabei wäre die ganzheitliche Betrachtung für die Entstehungs- und Lebenszykluskosten eines Brunnens verantwortlich. Beim Brunnenausbau geht es darum den richtigen Filterkies oder die richtigen Glaskugeln einzusetzen, wobei zusätzlich auf eine richtige Verdichtung geachtet werden muss, damit eine Suffusion gestattet ist und sich das Erosionskorn gut ausbilden kann. Am Ende zeigte er viele Aufnahmen von Hochwasserbrunnen und weiteren Bauwerken in Dresden, die heute für einen guten Hochwasserschutz sorgen.

Dipl.-Ing. Bernd Husemann, Geschäftsführer der Airvalve Control referierte über das Thema „Schutz hydraulischer Systeme vor Luftansammlungen, Unterdruck und Druckstoß“. In seinem Vortrag ging es darum, dass ein effizienter Betrieb von Druckleitungen Vollfüllung voraussetzt. So gilt es, Luftansammlungen durch fachgerechte Planung zu vermeiden, weil diese den Strömungswiderstand erhöhen und zugleich eine Verkeimungsgefahr für Trinkwasserleitungen darstellen. Das produkt-neutrale Referat von Airvalve verdeutlichte im Weiteren die Ursache und Wirkung dynamischer Druckänderungen, sowie die Gefahren von Unterdruck und Druckstoß an diversen Praxisbeispielen mit Darstellung der physikalischen Hintergründe.

Mario Hübner von Wilo führte nicht nur durch die Veranstaltung, sondern sprach als 4. Referent in seinem Fachvortrag über „Die Energieeffiziente Wasserförderung Mit nass- und trockenaufgestellten Pumpaggregaten“ Er sagte: „Eine der zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, global sowie in D-A-CH, wird es sein, Versorgungs- und Entsorgungsprozesse energetisch zu optimieren oder neue energieeffiziente Systeme aufzubauen. Der Einsatz von Frequenzumformern, der Austausch von Pumpen und Motoren (teilweise mit höheren Energieeffizienzklassen, in Anlehnung der IEC 60034-30-1 / (-2) Klasse IE 3 bis IE 5 und der Einsatz ganz neuer und optimal ausgelegter Pumpensysteme mit Sonderbeschichtungssystemen werden daher in Zukunft unumgänglich.“ Hübner stellte in seinem Vortrag die neue Baureihe, „Wilo-Zetos K8“, in der Werkstoffausführung 1.4408 und 1.4517 – mit wahlweise angebauten Permanentmagnetmotoren und hohen Aggregatswirkungsgraden vor. Die Synchronmotoren welche unbedingt einen FU im Betrieb benötigen, werden heute aus dem Hause WILO mit 8 Zoll Motoren bis 150 kW angeboten. Während seiner Ausführungen wurde deutlich, dass Unterwassermotorpumpen mit hohen Wirkungsgraden – eingebaut im Druckmantel für Trockenaufstellung, wieder energieeffizienter und interessanter werden. Aber auch Normmotoren mit Kreiselpumpen für den Wassertransport wurden betrachtet. Im Vortrag wurden mehrere praktisch umgesetzte Beispiele aufgezeigt und über ein Wirtschaftlichkeitsprogramm verdeutlichte Hübner die Möglichkeiten der Einsparung von Kosten und die Amortisationszeit neuer Aggregate für den Kunden.

Für den letzten aber sicher nicht minderen Vortrag hat Wilo, Herrn Christoph Bartsch von der Firma Bartsch Pumpen und Wassertechnik eingeladen. Mit seinem Vortrag „Erfolgreiche Brunnenregenerierung mit dem europaweit patentierten, automatisierten Mehrkammer-Regenrier-System Bartsch“ erklärte er, was man unter der Reinigung eines Brunnens versteht. Das Entfernen von mineralischen und organischen Ablagerungen im Brunnerohr durch z. B. Hochdruckreinigung mit der die Rohrinnenflächen und die Filterschlitze gereinigt werden, mit gleichzeitigem Abpumpen der gelösten Beläge sowie das Abpumpen der Ablagerungen aus dem Sumpfrohr. Die Regenerierung des Brunnens beinhaltet alle Maßnahmen die zur Entfernung von Ablagerungen aus dem Ringraum und ggf. auch aus dem angrenzenden Grundwasserleiter zuständig sind. Die eingesetzten Verfahrenstechniken folgen nach DVGW W 130 dem Prinzip der Trennung der Ablagerung von Brunnenrohr und den Filterkieskörnern, des Austrags der gelösten Ablagerungen und der prozessbegleitenden Kontrolle des Regenerierfortschrittes. Mit Diagrammen für die Darstellung der Brunnenleistung und der spezifischen Ergiebigkeit machte er deutlich, dass jeder Meter mehr Absenkung mehr Energiekosten bedeuten.

Zum Abschluss stieg Mario Hübner nochmals in das Thema „Wasser 4.0“ ein und zeigte eine Webbasierte Live-Überwachung eines Brunnens in der Steinwaldgruppe.
Durch die Vernetzung von Pumpen mit Sensoren, Pumpstationen untereinander sowie zentralen Steuereinrichtungen gewinnen Wassersysteme ein neues Niveau an Flexibilität. Der Fokus verschiebt sich von bloßer zentraler Überwachung der gesamten Infrastruktur zu einer „Intelligenz“ auf allen Ebenen durch Vernetzung, hinunter bis zur Pumpe, die ihren Betrieb mit vernetzter Sensorik selbstständig überwacht und mit dem Netzwerk ihren Status kommuniziert. Dieser systematische Ansatz steht im Kern von „Wasser 4.0“. Erwartet werden entscheidende Fortschritte zur Optimierung der Bewirtschaftung der Infrastruktur: Kanalnetze, Pumpstationen, Brunnenfelder, Druckrohrnetze sowie Wasserwerke und Klärwerke.“

Nach einer Diskussion mit allen Teilnehmern, und ein paar Gedanken zu Neuromarketing, wann kauft ein Kunde? wurden die Teilnehmer verabschiedet.

Wilo bedankt sich bei allen Referenten und auch Gästen für eine erfolgreiche Tagung und hofft das mit diesem Seminar einige Praxiserfahrungen und auch Neuigkeiten und Informationen aus der Wasserwirtschaft mitgegeben werden konnten.

Das nächste Fachsymposium dieser Art für Trinkwasser und Abwasser findet am 20. und 21. September 2017 am Adlersberg bei Regensburg statt - „Wilo Wassertage am Adlersberg 4.0“. Auch hier konnten bereits zahlreiche bekannte Referenten gewonnen werden.

Bild: Seminarreihe erobert nächstes Bundesland (Foto: Wilo)

Quelle: Wilo

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