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11.10.2017

Xylem liefert Pumpen und Turbinen für Schleusenerweiterung

Die Schleuse Lanaye  an der belgisch-holländischen Grenze. (Foto: Xylem)

Xylem hat als Teil eines umfangreichen Projektes zur Erweiterung der Schleusenanlage Lanaye in Belgien eine Pumpen- und Turbinenlösung auf dem neuesten Stand der Technik entwickelt. Die Schleusen sind ein wichtiger Teil des Verkehrsweges zwischen Nord- und Südeuropa. Die Tauchmotortechnik der Marke Flygt reguliert den Wasserstand im Kanalnetz und gewinnt Energie aus dem überschüssigen Wasser.

Die an der belgisch-niederländischen Grenze gelegene Schleusenanlage Lanaye verbindet den Albert-Kanal mit dem Juliana-Kanal, einem Seitenkanal des Flusses Maas. Die drei Schleusen sind parallel seit 1964 in Betrieb, aber da zwei von ihnen selbst für kleinere Schubverbände zu eng sind, hat sich die größere Schleuse im Laufe der Zeit zu einem Nadelöhr für den Schiffsverkehr entwickelt.

Der Bau der vierten Lanaye Schleuse (225 m x 25 m) vergrößert die Brutto-Raumzahl (BRZ) der Schleppschifffahrt-Kapazität des Schleusensystems von 2 000 auf 9 000 BRZ

„Der Bau der vierten Lanaye Schleuse ist eines der größten Tiefbauprojekte des Jahrzehnts in Wallonien“, erklärt Patrick Delperdange, Betriebsleiter bei BESIX Civil Works. „Das Projekt erforderte den Einbau von über 220 000 m³ Ortbeton. BESIX stellte dieses ehrgeizige Projekt innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens fertig und koordinierte gleichzeitig die elektromechanischen Arbeiten, zu denen auch der Bau der Pump- und Turbinen-Anlage gehörte.“

Aufrechterhalten des Wasserstands
Xylem wurde durch das Projektkonsortium BESIX Sanotec-Balteau beauftragt, eine kompakte Lösung zu entwickeln die in der Lage ist, die jahreszeitlich bedingten Schwankungen des Wasserstands zu regulieren. Zu der Lösung gehören acht Flygt 560-kW-Tauchmotorpumpen mit einer gesamten Förderleistung von 18 Kubikmeter pro Sekunde. Sie pumpen das Wasser in den Albert-Kanal und sorgen so für einen konstanten Wasserstand, um auch in der trockenen Jahreszeit einen reibungslosen Schiffsverkehr sicherzustellen.

Rückgewinnung verlorener Energie
Über größere Teile des Jahres erfordern die hohen Wasserstände, dass das Wasser im Kanalnetz in Richtung Niederlande geleitet wird, von wo es ins Meer fließt. Ein wichtiger Aspekt des Schleusenprojektes ist es, diese ansonsten verlorene Energie zurückzugewinnen. Die drei Turbinen von Xylem haben eine Generatorleistung von jeweils 460 kW und speisen die erzeugte Energie in das Stromnetz ein.

Optimierung der Rohrleitungsführung
Xylems Lösung basiert auf eine Strömungsführung, die einen perfekten, gleichmäßigen Zustrom sicherstellt und Energieverluste minimiert. Das System benötigt zudem weniger Energie für die Pumpen, während die Stromerzeugung erhöht wird.

„Die Zuströmung in die Turbinenanlage musste genau analysiert werden, um eine Störung des Schiffsverkehrs im Hauptkanal zu vermeiden“, berichtet Heinz Blume, Leiter Anwendungstechnik bei Xylem in Deutschland. „Turbulenzen im System können zudem zu Energieverlusten führen und die Lebensdauer der Turbinen verkürzen.“

Adrien Theunissen, Senior Manager bei BESIX Sanotec erklärt: „Dank der fachlichen Kompetenz aller Beteiligten konnten wir dem Kunden eine äußerst attraktive Alternative zur ursprünglichen Planung vorstellen. Dies führte zu höherer Effizienz und zu geringeren Bau- und Wartungskosten. Die Synergie zwischen den Partnern trug zudem zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit über alle Projektphasen bei.“

Bild: Die Schleuse Lanaye an der belgisch-holländischen Grenze. (Foto: Xylem)

Quelle: Xylem Water Solutions

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