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30.08.2018

Geschäftsanbahnung unterstützt deutsche Unternehmen beim US-Markteinstieg

Vom 10. bis 14. Dezember 2018 organisiert die AHK USA-San Francisco, in Kooperation mit German Water Partnership, eine fünftägige Geschäftsanbahnungsreise im Bereich Wasserwirtschaft mit Fokus auf Wasseraufbereitung und -management an die Westküste der USA.

Die Reise ist Bestandteil der Exportinitiative Umwelttechnologien und wird im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durchgeführt. Ziel ist es, den Teilnehmern den Zugang zu diesem international wichtigen Markt durch den Aufbau wertvoller Geschäftskontakte zu ermöglichen.

Der US-Bundesstaat Kalifornien steht bei der Wasserwirtschaft vor großen Herausforderungen: dazu gehören u.a. lange Dürreperioden, Überflutungen und Schlammlawinen, großflächige Brände sowie eine schnell wachsende Bevölkerung und veraltete Infrastruktur. Der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf Kaliforniens Wasserressourcen. Steigende Temperaturen führen nicht nur zu langanhaltenden Dürreperioden, sondern auch dazu, dass Niederschlag vermehrt als Regen anstatt als Schnee fällt. Die Schneedecke der Sierra Nevada ist der größte Wasserspeicher in Kalifornien und trägt in normalen Jahren als Schneeschmelze im Frühling und Sommer zu einem Drittel der Wasserversorgung Kaliforniens bei. Höhere Temperaturen machen es allerdings schwerer das schnell schmelzende Wasser zu speichern und zu nutzen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die jetzige Schneedecke bis Ende des Jahrhunderts um 48-65 Prozent reduzieren wird.

Laut dem California Department of Water Resources ist es außerdem wahrscheinlich, dass sich durch die Erderwärmung die extremen klimatischen Bedingungen der letzten Jahre weiter verschärfen werden und so die Wasserversorgung in Kalifornien weiter gefährdet wird. 2014 war seit Beginn der Aufzeichnungen vor 119 Jahren das wärmste je gemessene Jahr sowie das dritttrockenste. Die extreme Dürreperiode dezimierte die Schneedecke und senkte die Wasserstände in Flüssen und Seen gravierend. Aufgrund des Mangels an Oberflächenwasser wurde verstärkt auf Grundwasserressourcen zurückgegriffen. Diese komplexen und stetig wechselnden Herausforderungen für die Wasserversorgung in Kalifornien erhöhen den Bedarf an hochwertigen Technologien um Wasser zu sparen, aufzubereiten und effizienter einzusetzen.

Die plötzlichen Regenstürme Anfang 2017 führten zu schlimmen Überschwemmungen und Schlammlawinen. In Nordkalifornien wurden 190.000 Menschen dazu aufgefordert sich vor dem drohenden Kollaps eines beschädigten Abflusskanals am Oroville-Staudamm, der größten Talsperre der USA, in Sicherheit zu bringen. Reparaturkosten belaufen sich bis heute auf ca. 200 Mio. USD. Einige Monate später nach einem erneut trockenen Herbst und Winter 2017 wurde Kalifornien dann Opfer von verehrenden Bränden, die von Gouverneur Brown als „neue Normalität“ bezeichnet wurden. Im Frühjahr 2018 kam es nach starken Regenfällen erneut zu Hochwasser, in genau den Gegenden, die noch Wochen zuvor mit Bränden zu kämpfen hatten. Das Feuer macht Hangoberflächen extrem instabil und anfällig für Erdrutsche.

Das prognostizierte starke Bevölkerungswachstum verschärft die Versorgungsproblematik noch weiter. Im Jahr 2017 lag die Einwohnerzahl im bevölkerungsreichsten Bundesstaat bei etwa 39,6 Mio. Die 50 Millionen-Marke dürfte laut Prognosen des California Department of Finance 2049 erreicht werden. Nach Experteneinschätzungen wird um das Jahr 2050 die Wassernachfrage das Wasserangebot in zahlreichen Regionen nicht nur in Dürreperioden erheblich übersteigen.

Im Süden Kaliforniens werden Frischwasserquellen durch eindringendes salzhaltiges Wasser zunehmend gefährdet. Insgesamt bezieht der Süden Kaliforniens etwa die Hälfte seines Wasserbedarfs aus dem Colorado River sowie dem Bay-Delta im Norden des Bundesstaates. Vor allem das Wasser aus dem Bay-Delta muss mit erheblichem Energieaufwand über weite Strecken transportiert werden. Zahlreiche Städte und Kommunen im Süden sind demnach bestrebt, ihre Importabhängigkeit erheblich zu reduzieren und visieren die Aufbereitung von Abwässern für die Trinkwasserversorgung an. Allerdings sind viele Aufbereitungsanlagen in Kalifornien bereits seit Jahrzehnten im Einsatz und verschärfte bundesstaatliche Regulierungen zur Abwasseraufbereitung bedingen einen hohen Bedarf an moderner Abwassertechnik. Die American Water Works Association schätzt die Kosten für die Instandsetzung von unterirdischen Wasserleitungen in den USA für die nächsten 25 Jahre auf eine Billliarde USD. Die US Environmental Protection Agency schätzt die Kosten für Trinkwassersysteme auf 334,8 Mrd. USD und veranschlagt für die Reparatur von Abwasser- und Regenwassersystemen 298,1 Mrd. USD für die nächsten 20 Jahre. Hiervon benötigt Kalifornien mit fast 10% den weit größten Anteil aller US Bundesstaaten. Der Austausch von veralteten Wasserzählern mit Smart Water Meters und Entsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Zwei Projekte zur Meerwasserentsalzung entlang der kalifornischen Küste wurden bereits realisiert, 15 weitere sind in Planung. Gefragt sind außerdem (smarte) Technologien zur Steigerung der Effizienz sowohl beim Wassertransport als auch Verbrauch. Da der Wasserverbrauch pro Kopf in Kalifornien verhältnismäßig hoch ist, werden Effizienzmaßnahmen als eine der wichtigsten Möglichkeiten gesehen, um die Wasserversorgung zu sichern.

Im November 2014 stimmten die Kalifornier für ein öffentliches Arbeitsprogramm, das mehr als 7 Mrd. USD für die Wasserinfrastruktur vorsieht. Fast die Hälfte davon geht in den Bau neuer Dämme und Staubecken, 725 Mio. USD stehen für das Recycling von Wasser zur Verfügung.

Im Vorfeld der Reise erhalten die Teilnehmer firmenspezifische Kompaktinformationen und eine Zielmarktanalyse mit aktuellen Informationen zur Branchen- und Marktsituation in den USA. Die Geschäftsreise beinhaltet ein Welcome-Briefing mit Experten aus dem Wassersektor, zwei halbtägige Präsentationsveranstaltung in Los Angeles und San Francisco, bei der sich die Teilnehmer einem ausgewählten Fachpublikum vorstellen können. Im Fokus der Reise stehen individuell organisierte Geschäftsgespräche, die im Großraum Los Angeles sowie in der San Francisco Bay Area stattfinden werden und die Grundlage für neue Kooperationen und zukünftige Auftragsakquisitionen schaffen sollen.

Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige der gewerblichen Wirtschaft sowie fachbezogene Freie Berufe und wirtschaftsnahe Dienstleister mit Geschäftsbetrieb in Deutschland. Der Eigenanteil zur Teilnahme liegt je nach Unternehmensgröße zwischen 500,00 und 1.000,00 EUR zzgl. der individuellen Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten. Anmeldeschluss ist der 14. September 2018.

Quelle: German Water Partnership

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